Seit
Jahren beobachten wir, wie ein wesentlicher Teil der Musik
in den meisten Lautsprechertypen mehr oder weniger verschwindet
- und seit Jahren sind wir auf dem Weg intensiver Recherchen
und Experimente dabei, die Ursache herauszufinden und Abhilfe
zu schaffen. Unter anderem haben wir herausgefunden, daß
es, wie im Instrumentenbau, gewisse "musikfremde"
Materialien gibt, die man nicht verwenden sollte. In den 30er
Jahren wußten die Ingenieure von Telefunken beispielsweise
noch, daß sich ein Spider aus Hartgewebe im informativen
Frequenzbereich ähnlich negativ auswirkt, als baute man
Violinen mit Stegen aus Plastik anstatt aus Holz - ab den
40er Jahren wurde der Hartgewebespider jedoch Standard, und
heute ist er, aufgrund der weiter abwärts gegangenen
Entwicklung, ein gesuchtes Objekt, wie zum Beispiel der Klangfilm
KL-L307. Parallel dazu kann man beobachten, daß auch
die Aufnahmetechnik bzw. -qualität ihren Zenit Ende der
30er Jahre erreicht hatte und seither wieder an Niveau verloren
hat. Stellen wir uns einen Menschen im Dschungel vor: Er wird
instinktiv und unmittelbar echtes Raubtiergebrüll von
der Imitation eines Papageis unterscheiden und entsprechend
reagieren - und eben deswegen berührt einen die von High-End-Geräten
reproduzierte Musik letztendlich nicht, denn auch sie ist
nichts anderes als eine Imitation. Daher dürfte auch
die permanente Unzufriedenheit und Überreiztheit der
High-End-Konsumenten rühren.
Nun zur Konstruktion des Rullit speakers: Der Spider wurde
aus musikverwandtem Material, nämlich Holz, gefertigt;
und daher ist er "unhörbar" geworden. Um
Gegenschwingungen der Lautsprecher (die mit der Frontplatte
bzw. Schallwand nicht fest verbunden sind) so gering wie
nur möglich zu halten, wurde ein Rullit G-Stabilisator
verwendet - zu sehen im zweituntersten Bild. Das Ergebnis
ist deutlich mehr "Raum", um nicht zu sagen: mehr
"Seele" im Mitteltonbereich; im Tieftonbereich
hat man den Eindruck, daß auf Pauken, Trommeln und
Kontrabaß neue Felle und Saiten aufgezogen wurden.
Diese speakers wurden speziell für offene Schallwände
bzw. Lautsprecherkonstruktionen "à la Rondo"
konzipiert. Zur Feinabstimmung und -justierung diente die
Stimme der Sängerin Petra Nacke, die zweifach, als
Konserve und in natura, zur Verfügung stand, um eine
absolut objektive Beurteilung des Ergebnisses zu ermöglichen.
Warum haben wir aus unserer Lautsprechersammlung ausgerechnet
diese Sabas genommen? Einige Koryphäen haben ihnen
einen Kultstatus zuerkannt, obwohl sie im Originalzustand
ausgesprochen unspektakulär spielten. Jetzt machen
sie den Eindruck, als wären sie erst zu ihrem wahren
Leben erwacht.