Wie im Bericht "Optimierter TMT Einbau"
bereits erwähnt, gibt es bei vielen Fahrzeugen, ungeachtet
der ebenfalls oft problematischen Fahrzeugakustik, eine Summe
von Einbaubedingungen, die einem das Leben schwer machen. Dazu
gehört unter anderem der mittlerweile als Tunneleffekt
bekannte Stolperstein. Unter diesem Begriff versteht man die
rückseitige Einengung von Tief-Mittel- oder Mitteltönern,
meist durch Adapterringe oder ungünstige Doorboards. Sitzt
ein TMT beispielsweise auf recht hohen Adapterringen, deren
Innendurchmesser nicht wesendlich größer, als der
Einbaudurchmesser des Chassis selbst ist, bleibt je nach Dimensionierung
des Lautsprechers nur noch ein schmaler Spalt/Tunnel, durch
den der rückwärtige Schall hindurch gepresst werden
muss. Auf den folgenden Bildern ist ein extremes Beispiel zu
sehen.
Bei diesem TMT ist die Zentrierung sehr groß
ausgefallen, womit bei einem typischen, einfachen Adapterring
für einen 4er Golf, gerade noch ein ca. 10mm breiter Spalt
bleibt, durch den die rückseitig in Bewegung versetzte
Luft gepresst werden muss. Es sicher leicht nachvollziehbar,
dass es sich dabei nicht nur um eine mechanische Einengung,
sondern auch um eine klangliche handelt. So ein Extrem ergibt
sich natürlich auch durch einen sehr großen Magnet.
Bevor jetzt jemand schon aufhört zu lesen... auch handliche
Chassis sind vom Tunneleffekt betroffen. Der Vergleichstest
wurde mit normal dimensionierten TMTs durchgeführt!
Wegen einiger Zweifler, ob der Tunneleffekt tatsächlich
etwas ausmacht, habe ich mich nach meinem Umbau (mit dem Hauptziel
die LS-Ringe auf ein Maximum zu vergrößern) noch
mal damit befasst. Habe versucht der Problematik mit einem einfachen
Test, bei dem ausschließlich die unterschiedlichen Platzverhältnisse
hinter dem Chassis betrachtet wurden, auf den Grund zu gehen.
Dazu habe ich MDF Ringe gesägt und so abgedreht, dass sie
schön in die, um einige Zentimeter größeren,
Adapterringe eingesetzt werden konnten. So war es möglich,
vergleichbare Ergebnisse zu erzielen. Die eingesetzten Ringe
wurde so bemessen, dass sie dem üblichen Maß für
LS-Ringe, beim 4er Golf, wieder nahe kamen. Soll heißen,
ein Innendurchmesser von ca. 145mm und eine Höhe von ca.
50mm, die sich beim Einfacheinbau durch 40mm hohe Adapterringe
und die 10mm breite Blechfalz des Innenblechs ergeben. Im umgebauten
Zustand sind es bei mir 175mm Innendurchmesser und ca. 45-55mm
Tunnellänge. Getestet wurde mit normalen TMTs, bei denen
man meinen könnte, dass sie schon genug "Luft"
nach hinten haben.
Für einen schnelleren Ein-/ Ausbau der eingesetzten
Ringe wurde ohne Türverkleidung getestet. Die Einstellungen
der Anlage, die Stabilität des Einbaus und im Durchschnitt
die Tunnellänge war bei beiden Varianten gleich. So wurde
lediglich der Tunneldurchmesser betrachtet.
Dann hab ich mir beide Varianten intensiv angehört. Weil
es nicht meine Stärke ist, will ich nicht mit großen,
blumigen Beschreibungen arbeiten, kann aber sagen, dass sich
sowohl bei der Grundton-, als auch bei Mitteltonwiedergabe und
vor allem bei der räumlichen Darstellung deutliche Verbesserungen
eingestellt haben. Der Oberbass kam etwas knackiger und präziser.
Die TMTs spielten bei gleicher unterer Trennfrequenz, merklich
tiefer, da sie bei luftigeren Bedingungen scheinbar besser an
das Türvolumen ankoppeln können, für welches
sie mit ihren Parametern vorgesehen sind. Die Verbesserungen
im Grundton machten sich insbesondere dadurch bemerkbar, dass
jener nicht mehr so aufgedunsen klang und Instrumente in deren
Größe/Volumen natürlicher abgebildet wurden.
Bei komplexen Grundtonpassagen kippte die Bühne an den
Seiten weniger in den Fußraum ab. Der Mittelton war freier
und luftiger, was vor allem der Wiedergabe von Gesangsstimmen
zu Gute gekommen ist. Diese waren ebenfalls wesendlich echter,
natürlicher und zudem auch stabiler, plastischer auf der
Bühne positioniert. Bis auf das Plus an Tiefgang, zumindest
nach Gehör, also alles weniger Veränderungen am Frequenzgang.
Eher der gelöste Mittelton und die bessere Räumlichkeit
haben für den Aha-Effekt gesorgt. Würde die Verbesserung
so einstufen, wie den Unterschied einer mittelmäßigen
und einer richtig guten Endstufe; In Zahlen ca. 10-15%. Für
einige mögen das vielleicht keine Welten sein, aber insbesondere
unter Klangfuzzis sind die Tunneleffekte ein nennenswerter Punkt,
dem im Streben nach einem optimalen Einbau Aufmerksamkeit geschenkt
werden sollte. Wie der Test mit anderen Chassis ausgefallen
wäre, vermag ich nicht einzuschätzen. Es gibt jedoch
TMTs, denen eine regelrechte Anfälligkeit für Tunneleffekte
nachgesagt wird. Zudem bin ich mir sicher, das die Unterschiede
mit sperrigeren Lautsprechen, wie zu Beginn beschrieben, weitaus
größer ausgefallen wären. Mittlerweile setze
ich selbst wieder solche stattlichen "Wuchtbrummen"
ein und glaube, dass deren Verwendung ohne Umbau nahezu unmöglich
gewesen wäre. Aber der eine Test genügte mir, war
so eindeutig, dass ich für mich die Problematik als geklärt
und abgeschlossen abhaken konnte und stets wieder versuchen
werde, Tunnel zu umgehen bzw. so groß, wie nur eben möglich
zu gestalten!
Lasst eure Lautsprecher atmen...
Viele Grüsse euer Thomas - Der Fuss
Kleingedrucktes: der Test
gibt natürlich nur persönliche, subjektive Erfahrungen wieder.
Diese sollte jeder auch für sich selbst sammeln... Lesen ist
nicht das selbe wie Hören ;o). Will mit dem Bericht nur auf
ein mitunter stiefmütterlich behandeltes Thema aufmerksam machen...