Am Ende der Seite stehen alle gezeigten Bilder,
zusätzliche Bilder
und weitere Zeichnungen zum Download in größerer
Auflösung bereit!
Einleitung
Die Grundlage einer jeden guten Carhifi-Installation,
ist ein stabiler Einbau der Tief-/Mitteltöner. Bei einem
4er Golf, dem von den Türen gleichen Bora, oder prinzipiell
auch beim Passat scheint man mit guten Einbaubedingungen gesegnet
zu sein. Man hat recht stabile Türen, bei denen das Innenblech
nicht durch große Löcher unterbrochen ist. Es muss
dort also nichts mit Lochblech vorm Dämmen überbrückt
werden. Zudem ist das Innenblech, auch Aggregateträger
genannt, ohne große Probleme demontierbar, womit das Türaußenblech,
ohne sich zu verrenken, leicht gedämmt werden kann.
Das waren leider schon fast alle Vorteile und insbesondere bei
höheren Ansprüchen, stellen sich dem Einbauer mehrere
Probleme in den Weg. Es beginnt mit dem serienmäßigen
Lautsprechergitter, welches engmaschig den Schall behindert.
Als nächstes ist die Lautsprecherposition zur Öffnung
in der Türverkleidung versetzt. Der TMT wird also teilweise
davon verdeckt. Zu guter Letzt ist noch der Punkt mit dem sich
durch Adapterringe ergebenden Tunnel zwischen Lautsprecher und
Innenvolumen der Tür. Durch die verhältnismäßig
kleine Öffnung im Aggregateträger (AGT abgekürzt)
fallen in der Regel auch Adapterringe nicht wesendlich größer
aus, als der Einbaudurchmesser der TMTs. Dadurch entstehen klangliche
Einbußen, weil bildlich gesprochen der Lautsprecher den
rückwärtigen Schall durch einen beengenden Spalt drücken
muss, nicht so wie vorgesehen an das Türvolumen ankoppelt.
In diesem Punkt steckt Potential, welches nicht anders, als
durch Optimierung der Bedingungen mobilisiert werden kann.
Meistens sieht der Türeinbau nur so aus:
TMTs auf Adapterringen aus MDF oder auch mal Alu,
mit einem Innendurchmesser von lediglich 145mm, dazu die beschriebenen
ungünstigen Bedingung mit Türverkleidung und LS-Gitter.
Auf dem Bild rechts unten, sind auch schön die beengten
Tunnelverhältnisse zu sehen. Je nach TMT (dessen Magnet-
bzw. Zentrierungs-Größe) bleibt dann schnell nur
noch ein Spalt von 10mm Breite, durch die die Luft hindurch
gedrückt werden muss. Aber auch bei grazileren Chassis
sind die klanglichen Nachteile deutlich (später mehr dazu).
Planung
Die "Problemchen" wären also schon
mal bekannt. Jetzt heißt es, verbunden mit dem Anspruch
eine seriennahe Optik zu behalten, eine Lösung zu finden.
Glücklicherweise findet sich im Internet eine knappe Bebilderung
eines Türumbaus bei einem Bora. Dominic Langenberg (Firma
Diabolo in Böblingen) hat sich als einer der Ersten, den
genannten Schwierigkeiten angenommen und die Sache meisterlich
gelöst. Ohne diese Vorlage wäre ich, wissend, dass
der Standarteinbau nicht das Gelbe vom Ei ist, nicht so schnell
auf Umbaugedanken gekommen...
Aber wenn man erst mal so einen kleinen Strohhalm hat... "Besser
gut kopiert als schlecht erfunden." Wegen mangelnder Beschreibungen
habe ich dann begonnen zunächst mit Holzringen das Machbare
der Lautsprecherring-Größe auszuloten. Nach einigen
Rückfragen an den Meister war schnell ein eigener Holz-Prototyp
entstanden. Mit diesem kann man leicht durch Anhalten, Probieren,
Anpassen und erneutes Anhalten die Eckdaten für Weiteres
festlegen.
Unter Beibehaltung der Position der Öffnung
in der Türverkleidung, bekommt man nahezu die besten Ergebnisse
im Streben nach großen LS-Ringen. Auf dem ersten Bild
ist noch mal schön der Versatz zu sehen. Auf dem Letzten
auch, dass die Türverkleidung unterschiedlich weit vom
AGT (dem Innenblech) entfernt ist. Unten liegt der Ring schon
an, während oben eine Lücke klafft.
Mit der Vorarbeit war es dann fast schon ein leichtes Zeichnungen
für die LS-Ringe anzufertigen.
Hier im Schnitt die Konstruktion im Überblick:
Der Aufbau soll also aus drei Ringen bestehen.
Ein Stahlring, der Basisring aus V2A, soll an den AGT angeschweißt
werden. Die Übergänge und Lücken die auf Grund
der Form des Innenblechs unvermeidlich sind, werden anschließend
mit Spachtelmasse überbrückt. An den Basisring soll
der Zwischenring (Material beliebig, hier Alu) angeschraubt
werden. Wie der Name schon sagt, befindet sich der Zwischenring
zwischen Türverkleidung (kurz TVK) und Innenblech. Durch
die Öffnung in der TVK wird ein letzter Ring, der Zierring,
gesteckt und mit dem Zwischenring verschraubt. Nun kann der
TMT ohne große Probleme vom Fahrzeuginnenraum aus montiert
werden. Ein neues Gitter wird einfach in den Zierring geklemmt.
Fertigung
Nun kann es mit der Herstellung der LS-Ringe los
gehen. Darauf nicht weiter eingehen will, da man entweder selbst
kann, oder sich an den Drehen seines Vertrauens wenden muss.
Werde einfach Bilder sprechen lassen:
Die Bohrungen weichen etwas von den Zeichnungen
ab. Hab es am Ende so gemacht, dass Zwischen- und Basisring
mit acht, Zier- und Zwischenring mit vier Schrauben verbunden
werden. Auf dem DIN-Lochkreis für 16er TMTs sind acht Bohrungen,
zusätzlich noch mal vier auf dem Lochkreis von µ-Precision-Chassis.
Die Schrauben zur Lautsprecherbefestigung greifen, abweichend
von den Zeichnungen nicht in den Zier- sondern in den Zwischenring.
Das heißt, dass im Zierring nur Durchgangsbohrungen sind
(vier davon mit Kegelsenkung).
Als Gitter wurde etwas Grobmaschiges gewählt, was auch
maßlich gut gepasst hat. Beim Fertigen wird dafür
der Zierring so lang ausgedreht, bis sich das Gitter darin einsetzen
lässt, aber immer noch schön fest klemmt. Hat sich
in der Praxis bestens bewährt.
Anpassen
Jetzt hat man einen Haufen hübscher Ringe,
aber die Arbeit reißt nicht ab, weil die Gegebenheiten
leider nicht so sind, dass alles ohne weiteres Montiert werden
kann. Bei guter Vorarbeit sollte man sich bereits die ein oder
andere Markierung gemacht haben. Wenn man den Holzprototypen
schon anpassen musste, weis man auch, was an den Ringen noch
nachgearbeitet werden muss. Da ist insbesondere der Basisring
angesprochen, der an die Konturen des verwinkelten AGT angepasst
werden muss. Zum einen wird so eine größere Auflagefläche
gewährleistet und zum anderen gleicht man so die unterschiedlichen
Abstande von TVK und AGT aus. Durch wiederholtes Anhalten und
Pobieren mit und ohne TVK sieht man, wo an den Basisringen noch
etwas weggefeit bzw. weggeflext werden muss. Dafür auch
die eine Befestigungsschraube vom AGT entfernen, weil sie sonst
bald im Weg ist.
Wenn man das in mühevoller Arbeit geschafft
hat, wird stellenweise an den Basisringen reichlich Material
fehlen (siehe Bild). Nun kann das Loch in der TVK vergrößert
werden. Da die Position beibehalten werden soll, ist es ein
Leichtes, mit Hilfe des Zierrings, den größeren Durchmesser
anzuzeichnen. Dann kann gewissenhaft ausgeschnitten werden.
Bitte bedenken, dass es ab da kein zurück mehr gibt bzw.,
dass Türverkleidungen teuer sind...
Jetzt kann zu ersten mal alles wie vorgesehen an der Tür
zusammengeschraubt werden. Vielleicht ist es jetzt auch schon
verständlich, warum die Konstruktion aus drei Ringen besteht.
Zu guter letzt muss nämlich noch der Zwischenring in der
Dicke angepasst werden. Das kann sowohl vor, als auch nach dem
Schweißen passieren. Der Zwischenring muss soweit abgedreht
werden, dass der Basisring wie vorgesehen am AGT anliegt und
der Zierring an der TVK. Klingt einfach ist es aber nicht ganz...
Wie bereits erwähnt, ist der Abstand von TVK und AGT im
unteren Bereich der Tür geringer als oben. Das heißt
also, dass der Zierring oben bereits anliegen wird, während
im unteren Bereich zur Türverkleidung eine Lücke klafft.
Da muss man ein wenig Zaubern und einen guten Mittelweg finden.
Der Mittelweg besteht darin, dass die Türverkleidung ein
flexibles Teil ist und im oberen Bereich, wo bereits alles anliegt
noch ein gutes Stück unter Spannung gesetzt werden darf.
Der Zierring zieht quasi die TVK zum AGT. Das sind bei mir ca.
7mm die ich im oberen Bereich "ziehen" muss, aber
dafür im unteren Bereich näher an die TVK komme. Die
Umsetzung ist denkbar einfach. Vom Zwischenring werden lediglich
noch einige Millimeter abgedreht.
Nun ist es schon fast geschafft... Bei mir war
es nur so, dass trotz des unter Spannung setzten der TVK im
unteren Türbereich, der Zierring immer noch nicht mit vollem
Umfang an der TVK anlag. Zwar nur sichtbar, wenn man sich tief
runter beugt, um von unten die Sache zu betrachten, aber wenn
man eh einmal zum Anpassen die Drehmaschine benötigt, wurde
gleich noch ein bisschen gezaubert. Um die TVK nicht noch mehr
zu verformen, habe ich den Zwischenring "schief" abgedreht.
Also die entsprechende Stelle markiert (von der Position in
etwa dort, wo auch die eine AGT-Befestigungsschraube sitzt)
und den Zwischenring in der Drehmaschine ca. 2mm schief eingespannt.
Wenn die Drehmaschine lief hat der Ring also "geeiert".
Dann nur noch so lange abgedreht, bis auf der Bearbeitungsseite
der Planlauf wieder hergestellt war. Der Zwischenring war am
Ende so, auf der einen Seite 2mm höher/dicker als auf der
anderen. (Probleme wegen Winkelfehlern bei der Verschraubung
mit dem Basisring gibt es da noch nicht)
Schweißen
Es darf durchgeatmet werden, das Schlimmste ist
nun geschafft.
Ein letztes mal werden die Ringe zur Probe mit der TVK montiert.
Zum einen zur Kontrolle, ob es wirklich perfekt passt und zum
anderen um die Position der Basisringe vor dem Schweißen
genau anzuzeichnen bzw. anzureißen. Wenn man nicht wirklich
fit im Schweißen ist, sollte/kann man dann den Schweißer
seines Vertrauens aufsuchen. Ganz leicht ist es nicht das dünne
Blech mit den verhältnismäßig dicken Stahlringen
zu verschweißen, aber machbar auf jeden Fall. Mit vielen
kleinen Heftungen von allen Seiten und dort wo der Basisring
aufliegt ist es auch recht schnell und ausreichend getan.
Wenn die Ringe dran sind, kann umgehend das überschüssige
Blech, welches den TMT am Atmen behindern würde, weggeflext
werden. Auf dem letzen Bild ist zu sehen, wie knapp es zugeht
im Streben nach großen LS-Ringen. Vom AGT bleibt an einer
Stelle nur noch ein schmaler Steg übrig, der grad so breit
ist, wie die Nut für das Dichtungsgummi. Bei den ersten
Bildern ist zu erahnen, welche Lücken im nächsten
Schritt mit Spachtelmasse überbrückt werden müssen.
Spachteln
Nach Anschleifen des Blechs können die Übergänge
und Lücken von vorne und hinten gespachtelt werden. Dabei
ist darauf zu achten, dass der Fensterhebermotor noch montiert
werden kann. Danach den bearbeiteten Blechteil mit Rostschutz
und Grundierung behandeln. Um die eine, durch den Basisring
verdeckte Befestigungsbohrung vom AGT weiter nutzen zu können,
wird von der Rückseite bis in den Basisring gebohrt und
ein Gewinde geschnitten (vorletztes Bild). So kann dort später
durch die LS-Öffnung, vom Türinneren aus, geschraubt
werden.
Dämmen
Auf die Verschiedenen Möglichkeiten der Dämmung
soll an dieser Stelle nicht eingegangen werden. Bei mir ist
es eine klassische Mischung von Bitumenmatten und Dämmpaste.
Es sei erwähnt, dass es noch konsequentere Herangehensweisen
gibt... Zum einen mit aufs Außenblech geklebten Aluprofilen
und zum anderen mit an den AGT geschweißten Stahlstangen...
Auf jeden Fall sollte nicht an Material gespart werden. Wenn
einmal ausgebaut, auch gleich den AGT von hinten gründlich
Dämmen. Aber darauf achten, dass z.b. keine Dämmpaste
auf die Führungsschienen vom Fensterheber kommt und das
die Mechanik nicht anderweitig eingeschränkt wird. Wenn
wie bei mir ein Stück der AGT-Dichtung verbrennend dem
Schweißen zum Opfer fällt, kann diese durch Butylband
aus dem Kfz-Handel ersetzt werden- Wichtig! Sonst läuft
einem das Wasser aus der Tür in den Innenraum.
Montage
Endlich findet alles zusammen. Als erste kann
der AGT wieder montiert werden. Wie bereits beschrieben und
im ersten Bild zu sehen, wird eine Schraube vom Türinneren
aus geschraubt. Wer seinen TMTs noch etwas Gutes tun will, kann
aus Nässeschutz (Rainstop) ein kleines "Dach"
über dem Lautsprecher bauen, damit dieser vor Wasser besser
geschützt ist. Unter Beachtung, dass der Zwischenring schief
abgedreht wurde, diesen in der richtigen Position an den Basisring
schrauben. Danach die TVK einhängen, festklipsen bzw. Schrauben.
Die vom ständigen Ab und Dran, während des Anpassens
ausgeleierten Halteklips der TVK, am besten auch durch neue,
unverbrauchte austauschen. Anschließend den Zierring durch
die TVK stecken. Um die TVK unter Spannung zu setzen eine Schraubzwinge
zur Hilfe nehmen oder ausreichend lange Schrauben benutzen.
TMT anschließen und entweder aushärtende "Curil"-Dichtmasse,
oder, was ich auch lieber verwende, einfach Holzleim dünn
auf die Auflagefläche des Lautsprechers auftragen und festschrauben.
Zu guter Letzt das Gitter vorsichtig in den Zierring einsetzen...
FERTIG!!!
Wie man sieht, insbesondere mit schwarzen Chassis,
wie als Ziel gesetzt, eine ansprechend dezente seriennahe Optik,
die nicht vermuten lässt, dass ein nicht unerheblicher
Aufwand dahinter steckt.
Kosten und Aufwand
Die Frage kann hier nicht zufriedenstellend beantwortet
werden, weil es doch sehr abhängig davon ist, welche Fertigungsmöglichkeiten
bzw. welche Beziehungen man zu Metallern hat. Bis auf das Drehen
und Schweißen ist soweit alles in Eigenleistung machbar.
Hatte selbst die Möglichkeit an meiner Arbeitstelle die
Ringe herzustellen. Das Material wurde mit Geduld, günstig
bei ebay ersteigert, da im Materialhandel die Rohstoffkosten
enorm hoch sind. Für das Schweißen hatte ich keine
Ausgaben. Zunächst hat sich ein Kollege nicht ganz zufriedenstellend
daran probiert und dann wurde es kostenlos von einem Ausbilder
in einem Berufsbildungszentrum fertig gestellt. Einfach ein
wenig die Fühler ausstecken, dann bleiben die Kosten im
Rahmen. Hatte selbst nur Materialkosten und die beliefen sich
auf ca. 75-85€ inkl. aller Versankosten, mit Spachtelmasse,
Gitter und Dichtband (ohne Dämmung)...
Um so erheblicher war der Zeiteinsatz. Wegen begrenzter Vorlage,
nur wenige kleine Bilder, hat die Planung schon recht lang gedauert.
Die Ringe wurden auf konventionellen Maschinen, also ohne CNC,
hergestellt. Dazu recht zeitaufwendiges Anpassen. Alles in Allem
bin sicher fast in den dreistelligen Stundenbereich gekommen.
Mit guter Anleitung, einer helfenden Hand und angemessener Eile,
ist man eventuell auch in 40-60 Stunden fertig. Vielleicht gut
zu wissen: Die Zeit in der der AGT demontiert und somit das
Auto nicht fahrbereit ist, kann leicht auf ein Wochenende begrenzt
werden.
Download
So wer die Sachen gerne Hochauflösend hat,
der kann es als ZipFile herunterladen!
Wie alle Beschreibungen, sind auch die Zeichnungen
ohne Gewähr!
Die Bohrungen wurden anders gefertigt. Das Maß für
die Dicke des Zwischenrings ist so angegeben, dass es noch genügend
Material zum Anpassen gibt. Die für die Lautsprechen einbaurelevanten
Maße sind möglichst universell gewählt, so dass
z.b. µ-Precision-Chassis ohne sie abzudrehen passen würden.
Dafür wurde das TMT-Einbaumaß 144mm auch gleich auf
145mm ausgedreht. Die große vollständige
Zierringzeichnung ist nur als Entwurf zu verstehen.
Die Zierringe wurden, bis auf die 144mm, so gefertigt, wie auf
der Skizze (der Ausschnittzeichnung) zu sehen ist. Dabei ist
das innen ausgedrehte Maß 172mm (8mm tief) für die
von mir gewählten LS-Gitter vorgesehen.
Nach etlichen im m-eit-Forum gestellten Anfragen, weis ich wo
bei Interessierten die Probleme lagen und so hab ich mich um
Vollständigkeit bemüht, weswegen der Bericht auch
"etwas" umfangreicher geworden ist. Hoffe vielleicht
jemanden geholfen oder wenigstens eine Idee/Inspiration vermittelt
zu haben.
Wenn dem so ist, wünsche ich allerbeste Erfolge beim Nachbau!